Nahezu jedes Arzneimittel, das der Gesundheit dient, kann auch Nebenwirkungen haben. Besonders häufig ist die Haut betroffen. Vor allem bei älteren Menschen, die oft mehrere Medikamente benötigen, ist das Risiko für unerwünschte Arzneimittelreaktionen erhöht.

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„Arzneimittel können zu so vielfältigen Reaktionen an der Haut führen, dass sich damit ein ganzes Buch füllen lässt“, sagt Prof. Dr. Hans Merk, Universitätshautklinik Aachen. Diese reichen von harmlosen Hautausschlägen, die sich nach Absetzen des Medikaments von selbst zurückbilden, bis hin zum anaphylaktischen Schock und anderen lebensbedrohlichen Reaktionen, bei denen es zum Beispiel zu schweren Blasenbildungen an der Haut oder zur Mitbeteiligung anderer Organe kommt.
Von Arzneimittelreaktionen betroffen sind häufig ältere Menschen, die mehrere Medikamente benötigen. Wechselwirkungen oder eine beeinträchtigte Stoffwechselleistung können Nebenwirkungen begünstigen. Vor allem aber: „Mit der Zahl der Arzneimittel steigt auch die Wahrscheinlichkeit, auf eines davon unerwünschte Arzneimittelreaktionen zu entwickeln“, erklärt Prof. Merk.
„Grundsätzlich kann jedes Medikament allergische Reaktionen hervorrufen“, sagt der Allergologe. Bei einer Allergie kommt es zunächst zu einer Sensibilisierung des Immunsystems und bei wiederholter Anwendung des Allergieauslösers entwickeln sich Symptome. Davon zu unterscheiden sind pseudoallergische Reaktionen, die schon bei der ersten Verabreichung eines Medikaments auftreten können. Die Symptome sind ähnlich wie bei einem allergisch bedingten Hautausschlag.
Häufige Nebenwirkung Hautausschlag
Zu den häufigsten Auslösern von Unverträglichkeitsreaktionen an der Haut zählen Antibiotika, Medikamente zur Behandlung von Tumoren, insbesondere Platinverbindungen, Epilepsiemittel, Schmerz- und Rheumamedikamente, manche Mittel gegen Bluthochdruck, Schilddrüsenmedikamente sowie das Gichtmittel Allopurinol.
Die häufigsten unerwünschten Reaktionen an der Haut sind Arzneimittelexantheme in Form eines fleckigen oder knötchenartigen Hautausschlags. Kleinfleckige Hautausschläge treten oft schon in den ersten drei Behandlungstagen, andere erst verzögert zwischen dem siebten bis zwölften Tag auf. Ein Auftreten ist noch bis zu acht Wochen nach Behandlungsbeginn möglich. In den meisten Fällen klingt der Hautausschlag nach Absetzen des Arzneimittels wieder ab.
Fast ebenso häufig ist eine Nesselsucht (Urtikaria) mit stark juckenden Quaddeln, die sich meist nach einigen Stunden wieder zurückbildet. Es kann jedoch auch zu Schwellungen (Angioödeme), vor allem im Lippenund Augenbereich kommen. Bei Schwellungen an Zunge und Kehlkopf, die zu Atemnot führen können, oder bei Zeichen eines lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks wie Blutdruckabfall und Herzrasen ist eine notfallmedizinische Behandlung erforderlich.
„Betroffene sollten unbedingt ärztlich abklären lassen, ob und welche Arzneimittel die Reaktionen ausgelöst haben“, rät Prof. Merk. Bestätigt sich der Verdacht auf eine Arzneimittelallergie, erhält der Patient einen Allergiepass, in dem vermerkt wird, welche Wirkstoffe möglichst zu meiden sind. Diesen Allergiepass sollte der Patient künftig bei Arzt- oder Apothekenbesuchen vorlegen, damit er alternative Medikamente erhält.
Neben allergischen und pseudoallergischen Reaktionen kann es auch zu unerwünschten Begleiterscheinungen an der Haut kommen, die sich aus dem jeweiligen pharmakologischen Wirkmechanismus des Medikaments erklären lassen, der für ihren therapeutischen Effekt erforderlich ist. So haben beispielsweise Glukokortikoide nicht nur die erwünschte Wirkung, Entzündungsreaktionen zu hemmen.
Bei einer Langzeittherapie kann es auch zu einer Hautverdünnung kommen, da auch die Aktivität und Reifung von Bindegewebszellen beeinträchtigt wird. Unter der Gabe von gerinnungshemmenden Medikamenten wie Heparin und Cumarinderivaten können Hautblutungen auftreten. Ein weiteres Beispiel sind Krebsmedikamente, die nicht nur das Wachstum von Tumorzellen, sondern auch von Hautzellen oder die Haarwurzeln beeinflussen. So kommt es bei einer Chemotherapie meist zu Haarausfall. Andere Krebsmedikamente können Akne-ähnliche Hautausschläge hervorrufen.
Solche Reaktionen sollten mit dem Arzt besprochen werden, rät Professor Merk. Eine Dosisanpassung oder Umstellung auf ein anderes Medikament kann Abhilfe schaffen. Manchmal müssen Nebenwirkungen an der Haut jedoch in Kauf genommen werden, weil die Gabe des Medikaments unabdingbar ist und keine Alternative zur Verfügung steht.
Quelle: BVDD
Guten Abend,
Ich bekam auf den Blutdrucksenker Valsartan Nesselsucht. Er wurde abgesetzt und mit Nitripentin ersetzt. Leider geht das Jucken nicht zurück. Ohne Senker wird die Haut wieder besser, aber eher langsam. Gibt es überhaupt Blutdrucksenker, die keine Nesselsucht hervorrufen Können?
Viele Grüße
Guten Tag,
Blutdruck senkende Medikamente lösen nur in sehr seltenen Fällen Jucken und Quaddeln an der Haut aus.
Wenn ihr Arzt eine andere Substanztanzgruppe verwenden kann, sollte das Problem normalerweise gelöst sein.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin
Sehr geehrter Herr Dr.
ich nehme seit 2 jahre Losartan und Atorvastatin. Ich habe noch nie Hautprobleme bis jetzt. Ich bin 73 . Seit kurzem habe ich Psoriasis und Ekzema am Kopf und Körper bekommen. Bin ich allergisch geworden?
Guten Tag,
Losartan und Atorvastatin sind Medikamente, die eine Psoriasis verschlimmern können.
Eine Psoriasis bricht normalerweise zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr zuerst aus.
Besprechen Sie doch am besten mit Ihrem Hausarzt, ob Sie auch mit anderen Medikamenten behandelt werden können.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin
Sehr geehrter Herr Dr. Müller-Steinmann,
wegen einer rheumatischen Erkrankung bekam ich 2013 eine mehrmonatige Cortisonbehandlung und später Metothrextat. Einige Wochen nach Beginn der MTX-Behandlung bekam ich bei geringsten Anlässen Einblutungen in die Haut, teilweise ziemlich groß. Obwohl ich seit 2017 keine Medikamente mehr nehme, passiert dies immer noch. Kann das eine Nebenwirkung bzw. Spätfolge der Medikamente sein (bei MTX habe ich es auf dem Beipackzettel gelesen) und wird man das je wieder los? Nach Auskunft meines Rheumatologen sei es „nur“ ein kosmetisches Problem. Es stört mich aber sehr. Ich bin jetzt 70 Jahre alt, hatte immer eine gute Haut und niemals Neigung zu blauen Flecken. Auch bei meiner Mutter, die 94 Jahre alt geworden ist, habe ich so etwas nie erlebt.
Guten Tag,
Mit den Jahren wird die Haut dünner und verletzlicher.
Menschen ab 70 Jahren haben sehr oft dünner Haut, die schon durch leichte Berührung zu Blutergüssen neigt.
Das ist medizinisch nicht problematisch. Es hat wahrscheinlich nicht unbedingt etwas mit der MTX Behandlung zu tun.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin
Sehr geehrter Dr. Müller-Steinmann,
mein Vater nimmt zwecks schleichener Leukämie ein neues Medikament.
xigduo (5 mg / 850 mg)
Er hat einen schlimmen blutigen Ausschlag im Gesicht bekommen, war jetzt im Krankenhaus. Nach 5 Tagen sagten Sie Ihm, es ist nicht so schlimm, er kann die Tabletten weiternehmen, der Ausschlag kommt nur einmal.
Gibt es keine schonendere Alternative? Der Ausschlag geht über das halbe Gesicht und sieht wirklich Besorgnißerregend aus, ich kann mir nicht vorstellen, das er die Tabletten weiternehmen sollte, wie die Ärtzte vom Krankenhaus es ihm raten.
Danke für eine Antwort
Gruß
Birgit Lieb
Guten Tag,
Meine Empfehlung wäre, sich auf den Rat der behandelnden Ärzte zu verlassen.
Zweifellos ist ein Ausschlag im Gesicht nicht besonders ansehnlich.
Wenn die Alternative jedoch ein starkes Fortschreiten der Leukämie wäre, wäre das Medikament mit sicher die bessere Lösung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin
Ich habe durch das Blutdruckmittel Amlodipin tiefe, knochenharte Falten in der Gesichtshaut bekommen. Die Härte ließ sich durch kosmetische Behandlungen mindern, die Tiefe der Falten bleibt!! Hatte Amlodipin ein dreiviertel Jahr, bis meine Hautärztin feststellte, daß ich dagegen hochgratig allergisch bin.
Ich bin 66 Jahre alt, und habe durch dieses Medikament mehr und tiefere Falten als meine 92jährige Mutter. Was kann ich selbst tun, und welche Hilfe gibt es ärztlicherseits dagegen?
Guten Tag,
als erste Handlung muss natürlich das Medikament abgesetzt werden und durch ein anderes ersetzt werden, falls erforderlich.
Falten kann man mit verschiedenen minimalinvasiven Verfahren behandeln.
Für eine Beratung vereinbaren Sie doch gerne einen Termin.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin
Hallo
Nehme canfesartan. Und habe massive Nesselsucht. Kann das von dem Medikament kommen ?
Guten Tag,
eine Vielzahl von Medikamenten können Hautausschläge verursachen.
Es wäre ein Versuch wert ein anderes Medikament zu verwenden.
Bitte besprechen Sie das mit Ihrem Hausarzt.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin
Geehrter Herr Doktor, seit dem ich Levetiracetam und Lamotrigin nehme, bilden sich an meinen Oberarmen die rötlichen Hautflächen. Ist das möglich diese Nebenwirkungen los kriegen?
Guten Tag,
Ob es sich um Nebenwirkungen dieser Medikamente handelt ist aus der Ferne schwer zu entscheiden.
Am besten besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob man die Medikamente vorübergehend absetzen kann.
Dann kann am besten sehen ob die Flecken daher kommen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin
Sehr geehrter Herr Doktor Müller-Steinmann,
ich bin 42 und habe seit 10 Jahren Herzinsuffizienz. Deshalb muß ich leider lebenslang Candesartan 12,5, Torasemid 10, Metoprolol 23,5 und Procorolan 5 einnehmen. Dadurch habe ich eine sehr trockene und schuppige Haut. Ausserdem habe ich seit 5 Jahren eine ekzemartige juckende rote Stelle am Scheinbein, die ich mir manchmal sogar blutig kratze. Die Ärzte sagten das ich damit leben muß und verschrieben mir Kortisonsalben. Was kann ich sonst noch machen? Oder statt der Kortisonsalbe irgendeine andere Alternative?
Vielen Dank für die Auskunft
Mit freundlichen Grüßen
S. Akcelik
Guten Tag,
Die häufigste Ursache eines Unterschenkels Ekzemes, so wie Sie es beschreiben, besteht in trockener Haut.
Am besten Creme Sie Ihrer Haut mindestens zweimal täglich mit einer sehr guten Pflegecreme ein.
Wir empfehlen hierzu normalerweise die Intensivcreme von Miss Vita Intensivcreme, PZN9723711 aus ihrer Apotheke oder im Internet.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin
Guten Tag Herr Dr.
Ich nehme L-Thyroxin 50 ein. Der Hersteller ist 1 a Pharma. Kann dieses Medikament schuld an meinem Hautausschlag sein? Ich habe viele kleine Pickelchen, nur im Gesicht, Hals und Dekolleté.
Kann ich auf ein anderes Medikament umstellen?
Guten Tag,
Die Chance, dass das Medikament L-Thyroxin Hautausschlag verursacht, wäre außergewöhnlich selten.
Meines Wissens gibt es dafür keine anderen Medikamente. Am besten besprechen Sie das noch einmal mit Ihrem Hausarzt.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin
Geehrter Herr Doktor, ich nehme eliquis und torasemid. Habe juckende Pickel im Gesicht und Halsbereich. Auch Haarausfall. Können o.g. Medikamente Schuld sein?
Guten Tag,
In seltenen Fällen können Medikamente an ihren geschilderten Beschwerden schuld sein.
Am besten besprechen Sie das mit dem verordnenden Hausarzt.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Hallo, ich nehme das Medikament Spironolacton und bekomme juckende Hautausschläge. Medikament absetzen? Welche Alternative?
MfG
Guten Tag,
Spironolacton ist in einigen Fällen für juckende Hautausschläge verantwortlich.
Sie sollten das Medikament nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt absetzen. Später kann man noch einmal einen Behandlungsversuch unternehmen.
Alternative Medikamente hängen sehr von Ihrer Grunderkrankung ab. Hier wird Ihnen auch ihr Hausarzt weiterhelfen können.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin
Sehr geehrter Herr Dr. Müller – Steinmann!
Zur Behandlung einer Thrombophlebitis im Penisvenenbereich habe ich recht großzügig über mehrere Tage dauerhaft Heparinsalbe 30.000 i. E. aufgetragen.
Die Phlebitis und die damit verbundene Schwellung ist sozusagen weg.
Nur leider ist nun die entsprechende Hautpartie im Bereich der ehemaligen Schwellung 2 Euro Stück groß ziemlich gereizt und nässend.
Habe nun Panthenol aufgetragen und die Heparinsalbe abgesetzt.
Habe ich vielleicht mit der über Tage dauerhaften Auftragung von Heparinsalbe den Hautschaden verursacht?
M. f. G.
Guten Tag,
Heparinsalben hinterlassen normalerweise keine Hautreizungen. Ihre Beschreibung der Haut klingt eher nach einer Verletzung oder auch einer Geschlechtskrankheit.
Am besten stellen sich einmal bei Ihrem Hausarzt oder bei ihrem Hautarzt persönlich vor.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin
Sehr geehrter Dr.Johannes Müller Steinmann,
aufgrund einer Akne habe ich mehrere Monate Isotretinoin eingenommen. Nach absetzen des Medikaments treten täglich ca 2-3 mal rote Flecken (stark juckend) mit Quaddeln in meinem Gesicht auf. Könnte dies auf eine Nesselsucht hinweisen?
Vorab Herzlichen Dank für Ihre Antwort.
Eine Quaddelbildung spricht meistens für eine Nesselsucht/Allergie.
Wenn Isotretinoin abgesetzt ist, kann dieses eigentlich nicht die Ursache sein.
Am besten lassen Sie sich von einem Hautarzt wegen der Nesselsucht untersuchen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin
Sehr geehrter Herr Doktor,
Koennten neuerlich aufgetretene juckende Warzen Nebenwirkungen von Epilepsie-oder anderen Mitteln sein?
Mit freundlichen Gruessen H.Markert
Guten Tag,
die Behandlung mit Medikamenten gegen Epilepsie löst nach bisherigem Wissen keine Warzen aus.
Warzen können vor allem Mittel auslösen, die das Immunsystem beeinträchtigen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr.med. Johannes Müller-Steinmann
ärztlicher Leiter – Hautarztzentrum Kiel
Lasermedizin, ästhetische Medizin